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Fabian Seiz - one room

9.6. - 29.7.2006

Fabian Seiz zeigt in seiner Ausstellung »one room« verschiedene Objekte (als Schnittpunkte eines Raumes, oder als Aktualisierung einer künstlerischen Idee), (und) Malerei (als Umrandung dieses Raumes) und (dies ist) eine Installation. Die Arbeiten stehen einmal für sich als autonome Werke, treten aber in einen Dialog zueinander (und werden zu differenten Feldern). Der erste Schritt zur räumlichen Verbindung besteht darin die Wand zwischen den beiden Ausstellungsräumen auszublenden (und so den Raum zu dynamisieren). (Die Wand als Grenze ver-rückt.) Diese Idee wird durch sich überlappende, auf Holzplatten aufkaschierte Fotografien des dahinter liegenden Raumes, welche an der Wand, angelehnt sind, verdeutlicht. Im zweiten Raum befindet sich ein größeres Objekt (als Aktualisierung einer Möglichkeit), welches durch einen giebelartigen Aufsatz an häusliche Architektur erinnert. Die Oberfläche ist verspiegelt und das Objekt tritt zurück, da die Bruchlinien verschwimmen. Auch hier wird auf Grund der nicht perfekten Ausführung wieder stark auf den Prozess der künstlerischen Ideengenerierung verwiesen. (die Idee ist die Aktualisierung der Mannigfaltigkeit, und daher nie perfekt) Die Mauer wird ausgeblendet (ersetzt) und dieser Umstand wird reflektiert (affiziert uns). Reflexion (Affektion) im doppelten Sinne. Auch bei den Arbeiten im ersten Raum wird die Idee des Künstlers thematisiert. Ein Turm aus Holzplatten und kleine Skulpturen, die aus Resten von Holzresten bestehen und aus dem Negativ gefertigt wurden. Mit den Titeln »Vollen« und »Lehren« wird auf die Transformation von Sprache und der semantischen Bedeutung im künstlerischen Prozess verwiesen. Die Idee enthält somit immer mehrere Dimensionen und Varietäten, die sowohl in der Materialisierung, als auch im Sprachlichen zu finden sind. Finalität, als Idee die es zu »realisieren« gilt, braucht also Werkzeug, Materialien, usw. Diese Komponenten gehören zu einem Zeugzusammenhang. Verständnis für die Handhabung von Werkzeugen und Materialien (Zeugzusammenhang) ist eine Art Vorverständnis und ist schon vor der Idee zu-handen. Dieses Davor macht es natürlich schwierig Anfang und Ende zu definieren. Eine künstlerische Idee, samt ihrer begrifflichen Dimension, kann so im Schaffensablauf nicht mehr linear gedacht werden. Auch Begriffe sind nie einwertig, sondern mehrwertig. Sie bestehen aus vielen Komponenten, und diese verweisen wieder auf Komponenten anderer Begriffe. Diese Verweise machen es uns aber möglich, Begriffe zu rekontextualisieren und zu entmystifizieren. Fabian Seiz zeigt dies mit den Begriffen »Vollen« und »Lehren«. Das Wort Lehre kommt von einem Bauwerkzeug, nämlich der Maurerlehre, welche zum Bauen von Türbögen verwendet und als Stütze für jene Ziegeln eingesetzt wird, die nach dem Platzieren des letzten Steines eines Bogen, sich selbst tragen. Das Bauwerkzeug (Negativ-Form) wird zum Bestandteil einer skulpturalen Form. Diese Bestandteile (Reste) werden verfremdet, sowohl im Formalen, als auch im räumlichen Umfeld. Dieser Umstand wird von Fabian Seiz künstlerisch thematisiert, indem er dem nun kanonisierten Objekt „Lehre“, die Reste (Negative) entnimmt und im Kunstkontext erneut zu anderen Objekten (Positive) werden lässt. Die »Vollen« als einzelnes Kunstobjekt trägt eine Vielzahl von negativen Formen in sich. Der Begriff »Lehre« funktioniert obwohl er nicht funktioniert, denn der Rest, also die kleinen Teile machten die Lehre tatsächlich zu etwas Vollem, usw. Der subjektiv formale Ansatz von Fabian Seiz ist im Gegensatz zu streng konzeptuellen (objektiven) Ansätzen notwendig, um den eigenen künstlerischen Prozess zu reflektieren und die Offenheit der Ideenentwicklung in den Blick zu bekommen. Dieser Text soll nicht als Anleitung zur Lesart der Ausstellung verstanden werden, sondern stellt selbst nur einen subjektiv, möglichen Zugang dar. Michael Göd, Emanuel Layr

1. O.T., 2005, acrylic on canvas, 110 x 110 cm 2. vollen 2, 2005, wood, 60 x 45 cm, 3. O.T., 2005, acrylic on canvas, 55 x 55 cm, 4. O.T., 2005, acrylic on canvas, 145 x 100 cm, 5. vollen 1, 2005, wood, 50 x 50 x 50 cm 6. lehren, 2005, wood, 110 x 50 x 120 cm

1. O.T., 2005, acrylic on canvas, 110 x 110 cm 2. vollen 2, 2005, wood, 60 x 45 cm, 3. O.T., 2005, acrylic on canvas, 55 x 55 cm, 6. lehren, 2005, wood, 110 x 50 x 120 cm

lehren, 2005, wood, 110 x 50 x 120 cm

vollen 2, 2005, wood, 60 x 45 cm

installationview one room, layr:wuestenhagen contemporary

installationview one room, layr:wuestenhagen contemporary HAHA – down on my knees, 2006, wood, each 95 x 85 x 95 cm

HAHA – down on my knees, 2006, wood, each 95 x 85 x 95 cm O.T., 2005, acrylic on canvas, 110 x 55 cm

Houdini’s house, 2006, mirror, wood, 190 x 190 x 200 cm

Houdini’s house, 2006, mirror, wood, 190 x 190 x 200 cm