Alexandra Vogt - lick my legs
9.6. - 29.7.2006Alexandra Vogt zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung in der layr:wuestenhagen garage Malerei der letzten fünf Jahre. Sie bezieht sich in ihrer Malerei auf die Szeneästhetik einer artifiziellen Idealwelt. Diese Herangehensweise führt zu einer Reihe von Brechungen. Die Abbildhaftigkeit der Vorlagen führt zu Verzerrungen. Es werden Abbilder geschaffen, die als solche zwar in Erscheinung treten aber nicht mehr der Rückführung auf ihren originären Ursprung bedürfen. Indem sich die Malerei den aus Werbung und Mode entnommen Inhalten annimmt, verlieren diese ihre Referenzen und damit Fixpunkte im Koordinatensystem der Popwelt. In diesem neuen Kontext wirken sie fremd und isoliert. Ihre Oberflächlichkeit und Vergänglichkeit scheint eingefroren in die zeitlose Ewigkeit der Malerei. Paradoxerweise erhalten sie dadurch aber auch ihre Ihnhaltlichkeit zurück. Die leeren Hüllen werden wieder aufgeladen mit ihrer ursprünglichen, wortwörtlichen Bedeutung. Gesichter von Frauen die allesamt etwas verstört und hilflos wirken. Das Bild eines Filmstills, das im falschen Moment entnommen wurde drängt sich auf. Die Worte in ihrer Abbildhaftigkeit wirken absolut, wie in Stein gemeisselte Wahrheiten. Die Person dagegen in seiner offen gelegten Verletzlichkeit. Die vorgestellten Arbeiten folgen alle einem ähnlichen Prinzip. Durch die Konsumwelt scheinbar entleerte und flache Symbole und Zitate erhalten in ihrem neuen Zusammenhang ihre ursprüngliche Bedeutung zurück und offenbaren zugleich den Schrecken den ihre Sinnentleertheit birgt. Ein ähnliches Sampeln von bereits vorhandenem findet sich vor allem in der Musik wieder. Werbung und Modeästhetik leben davon, dass sie das ständig Neue, immer jugendlich Frische, propagieren. Aber die Bewegung besteht in Wahrheit nur aus der Wiederholung von bereits Bekanntem, aus einem selbstverliebten Kreisen um eine leere Mitte. Und so wie die Speichen eines Rades, wenn es sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit dreht, für den Betrachter stillzustehen scheint, friert die Malerei die gesampelten Motive und Statements ein und gewährt einen unverklärten Blick auf ihren Kern.

o.T., 2004, 65x54cm, oil and acrylic on hardboard

o.T., 2002, 290x195cm, acrylic on canvas

o.T., 2000, 180x200cm, acrylic on canvas